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		<title>Der Hausmeister des Bösen</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Oct 2012 15:24:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Psychothriller]]></category>

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		<description><![CDATA[Würde die Hölle jemand brauchen, der die Fahrstuhltür öffnet und jeden Sünder freundlich begrüßt, dann wäre es wohl César aus dem Film „Sleep Tight“. Zuerst würde man in sein freundlich höfliches Gesicht schauen, sich über die demütig dienende Haltung wundern &#8230; <a href="http://www.rinhaofilme.com/?p=122">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Würde die Hölle jemand brauchen, der die Fahrstuhltür öffnet und jeden Sünder freundlich begrüßt, dann wäre es wohl César aus dem Film „Sleep Tight“. Zuerst würde man in sein freundlich höfliches Gesicht schauen, sich über die demütig dienende Haltung wundern und sich fragen, was so ein sympathisch ruhiger Mann hier verloren hätte. Nach ein paar Schritten würde man sich umdrehen und erschrecken, welch teuflisch hinterlistiges Grinsen sich auf diesem Gesicht breit macht. Und zählt man zu seinen Opfern, dann wird der Begriff „Hölle“ deutlich spürbar. Denn César ist der wohl böseste Hausmeister, welchen die Welt je gesehen hat und der sein diabolisches Handwerk an einem Apartmenthaus in Barcelona praktiziert.</p>
<p>Mit Sleep Tight ist dem Regisseur Jaume Balaguer ein fieser, kleiner Schocker gelungen, der seine Grausamkeit kammerspielartig zelebriert und wie ein Theaterstück den Horror langsam im Kopf der Zuseher verbreitet, auch, wenn es im Film später einige heftige Szenen geben wird, wo der blutige Gore-Effekt nicht zu übersehen ist.</p>
<p>Regisseur Balaguer feierte sein Spielfilmdebüt 1999 mit The Nameless, führte zusammen mit Paco Plaza Regie bei Rec, einem innovativen Zombieschocker, der ebenfalls wie Sleep Tight nur in einer Apartmentanlage spielt. Rec war so erfolgreich, dass nicht nur Rec 2 darauf folgte, sondern auch eine amerikanische Neuverfilmung unter dem Titel „Quarantäne“. Während sein Regiekollege Plaza mit der Arbeit an Rec 3: Genesis beschäftigt ist, hat Balagueró Sleep Tight fertig gestellt.</p>
<p>Der Film handelt von einem Hausmeister in Barcelona, der hinter seiner ruhigen Fassade, ein tragisch grausames Schicksal verbirgt. Er kann nicht glücklich sein, will es auch gar nicht. Seine Energie, Konzentration und letztendlich sein Glück generiert er daraus andere unglücklich zu machen. Die anderen, das sind vor allem die Bewohner des noblen Apartmenthauses in Barcelona, in dem er als Portier arbeitet. Ob er mit gezielten Sätzen über Alter und Tod bei einer allein lebenden, älteren Dame Angst und Unglück schürt oder durch raffiniert eingefädelte Intrigen das Leben von Menschen zerstört, hinter seiner freundlichen Fassade verbirgt sich das Böse, welches nicht eher ruht bis alle in seinem Umfeld unglücklich sind.  Am meisten regt ihn das sorglos lächelnde Gesicht der schönen Clara auf. Die scheint das Glück gepachtet zu haben, erscheint jeden Morgen strahlend bei ihm und wünscht ihm einen schönen Tag. Dabei ist diese Clara nicht arrogant oder eingebildet, sie genießt einfach ihre Jugend, ihre Schönheit, hat einen Job, welchen sie liebt und einen Freund, welchen sie heiraten möchte. Ein starker, familiärer Hintergrund ist ebenfalls vorhanden und es scheint als könnte nichts dieses Glück trüben. Sie hat er als sein Meisterstück auserkoren, sie will er brechen und berichtet von den Fortschritten seiner schwer kranken Mutter, die er als einzige einweiht in seine schrecklichen Taten, aus dem Grund heraus sie noch mehr leiden zu sehen als Alter und Krankheit es ohnehin schon bewirken.</p>
<p>Doch anfangs scheint sich Cesar bei Clara die Zähne auszubeißen. Erst am Ende erkennt der Zuseher, welch bösartig perfiden Plan er bei ihr verfolgte. Da der Film sich auf die Hauptfigur konzentriert, wird man gleich zu Beginn als voyeuristischer Komplize in die nächtlichen Aktivitäten von Cesar mitgenommen. Denn das Grauen für Clara beginnt nachts. Seine Boshaftigkeit hebt er sich für die Dunkelheit auf, wo er jede Nacht in ihre Wohnung schleicht und sich so lange unter ihrem Bett versteckt, bis sie eingeschlafen ist. Dann hält er ihr Chloroform unter die Nase, schlüpft unter ihre Bettdecke und verschwindet vor dem Morgengrauen. Doch es hilft nichts, Claras gute Laune ist unerschütterlich. Nun wird er in seinen Mitteln radikaler, es muss ihm gelingen „das Lächeln aus dem Gesicht zu wischen“. Er bombardiert sie mit anonymen obszönen Nachrichten, spritzt ihr eine Flüssigkeit in ihre Gesichtscreme, von der sie Hautausschlag bekommt, verätzt ihre Lieblingsuhr und lässt eine Horde Kakerlakenlarven in ihrer Wohnung frei. Seine Methoden werden drastischer, dabei beginnt er Fehler zu machen. Aber er kann nicht aufhören, bis er seine Mission erfüllt hat. Wenn es nicht anders geht, dann schreckt er auch vor Gewalt nicht zurück.</p>
<p>Neben den langsamen Bildeinstellungen, wo sich angesichts vieler Nahaufnahmen des Hauses das Grauen langsam in das Herz des Zusehers frisst, lebt dieser Film davon nicht auf bloße Schockeffekte zu setzen, sondern den Zuseher zu Cesars Komplizen zu machen. Wie bei einem schrecklichen Verkehrsunfall kann man den Blick nicht von seinen furchtbaren Taten wenden und ertappt sich dabei innerlich mitzufiebern, ob es Cesar gelingt heil aus der Wohnung Claras zu kommen oder böse gegen jenes Mädchen zu sein, welches ihn mit ihrem Wissen erpresst. Dabei wird man immer tiefer in einen Strudel aus einem voyeuristischen Alptraum gezogen, denn Sekunden später fragt man sich, wie man sich nur mit solch einem kaltblütigen Monster identifizieren konnte. Das Spiel mit den Ängsten, dem Voyeurismus des Zusehers funktioniert bei Sleep Tight erstaunlich gut, was vor allem am Hauptdarsteller, dem spanischen Ausnahmeschauspieler Luis Tosar liegt. Ohne ihn funktioniert der Film nicht, er trägt die ganze Geschichte und meistert die überaus schwierige Gradwanderung zwischen unheimlichem Perversling, beliebter Vertrauensperson und tragischem Opfer. Diese drei Gesichter muss und kann Tosar allesamt glaubhaft verkörpern und stimmig miteinander vereinen. Mit der Zeit ist die Bedrohung, die von diesem Mann ausgeht, auf der Leinwand fast schon physisch spürbar. Die konstante Anspannung, die das exakt bemessene Erzähltempo verursacht, nimmt bis zur letzten schockierenden Minute des Films nicht ab und so schafft es der Regisseur mit einfachem Mitteln und einem grandiosen Schauspieler ein kleines Meisterwerk zu schaffen.</p>
<p>Aus dem Streben nach Glück wird hier der pure Alptraum, aus der scheinbar sicheren Wohnung eine tödliche Falle, aus dem geliebten Kind der verhasste Feind, &#8211; mit diesem Film hat man einen großen Schritt in die psychischen Abgründe des Menschen getan, &#8211; Hitchcock hätte mit diesem Film sicher seine Freude gehabt.</p>
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		<title>Größte Kino-Enttäuschung des Jahres 2012</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Aug 2012 16:22:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Science Fiction]]></category>

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		<description><![CDATA[Alien hat im Jahre 1979 angefangen. Jeder Cineast hat diesen Science-Fiction Meilenstein gesehen, ist vor Entsetzen im Kinosessel geblieben oder hat atemlos in der sicheren Umgebung des heimischen Wohnzimmer den puren Horror erlebt. Mit „Alien“ sind unvergessene Szenen entstanden, wie &#8230; <a href="http://www.rinhaofilme.com/?p=114">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alien hat im Jahre 1979 angefangen. Jeder Cineast hat diesen Science-Fiction Meilenstein gesehen, ist vor Entsetzen im Kinosessel geblieben oder hat atemlos in der sicheren Umgebung des heimischen Wohnzimmer den puren Horror erlebt. Mit „Alien“ sind unvergessene Szenen entstanden, wie jene, wo sich John Hurt beim Essen inmitten der Astronauten plötzlich vor Schmerzen krümmt, seine Bauchdecke aufplatzt, und sich ein kleines, reptilienartig aussehendes Monster mit fletschenden Zähnen aus seinen Eingeweiden schält. Dieses sorgt fortan für blankes Grauen in den dunkeln Gängen des Raumschiffs „Nostromo“, beginnt zu wachsen, zu jagen und gnadenlos zu töten.</p>
<p>Durch die vom Schweizer Künstler H. R. Giger entworfene Alien-Kreatur ist zudem eine Ikone der Filmgeschichte geschaffen worden. Jede Fortsetzung konnte dem „Alien-Thema“ einen eigenen, sehenswerten Stempel aufdrücken, &#8211; der düstere Horror zieht sich durch alle vier Filme.</p>
<p>Ist nun Ridley Scott mit „Prometheus“ ein würdiger Beginn der Saga gelungen? Dies darf mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Mit „Gesucht. Gefunden. Gestorben.“, könnte man die inhaltliche Zusammenfassung von Ridley Scotts Effekt-Spektakel umschreiben.</p>
<p>Die größte Enttäuschung basiert bei diesem Film auf der Erwartungshaltung des Alien-Fans. Prometheus wurde als Alien-Prequel angekündigt und der Käufer einer Kinokarte erwartete sich eine tiefgründige Entstehungsgeschichte des schleimigen Kultmonsters, &#8211; hingegen wurde ihm ein eigenständiger Film gezeigt, der den Beginn einer Trilogie auslösen soll, wo man das Gefühl nicht loswird, dass vor allem das finanzielle Interesse der Beteiligten im Vordergrund steht.</p>
<p>Dem Film hat das ständige Hin- und Her, ob es nun ein Alien-Prequel ist oder nicht, definitiv nicht gut getan. Laut offiziellem Statement ist es ein Alien-Prequel, der Zuseher hat das Gefühl auf eine perfekte PR-Strategie reingefallen zu sein. Man fühlt sich von Ridley Scott, dem Schöpfer vieler, großartiger Filme richtiggehend enttäuscht.</p>
<p>Doch wo mit den Fehlern anfangen? Es gab einige teilweise schon fast dreiste Logikfehler, einige Protagonisten agierten geradezu lächerlich und dies alles wurde von einer Story getragen, die nie so recht weiß, auf was sie hinaus will. Im Grunde haben die Figuren weder Charakter noch Persönlichkeit, sie bestehen aus Angst, Gier oder Dummheit. Auch der Forschergeist wird herabgewürdigt zur billigen Durchsetzung des eigenen Willens und finanzieller Interessen. Einige Szenen sind selbst phantasiebegabten Zusehern zuviel, &#8211; Achtung Spoiler &#8211; jene Sequenz, wo sich Noomi Rapace praktisch selbst den Bauch aufschneidet, eine Abtreibung des Alien-Fötus einleitet und sich dann die Haut selbst zutackert ist hart an der Grenze zur Lächerlichkeit. Danach steht sie noch auf, rennt weiter und erholt sich binnen Minuten von diesem Eingriff, als hätte sie gerade mal einen Mittagsschlaf gehalten. Eine Einstellung, mehr eklig als gruselig, was sich auch auf die anderen Schockeffekte des Films übertragen lässt.</p>
<p>Die bombastische Eröffnungssequenz verrät noch nichts über das filmische Desaster der kommenden 124 min. Hier zeigt der Regisseur in einer überwältigenden Bilderflut den Beginn einer Schöpfungsgeschichte: In der prähistorischen Vergangenheit des Planeten Erde tötet sich ein hochgewachsener, muskulöser, weißhäutiger Außerirdischer an einem tosenden Wasserfall durch die Einnahme einer schwarzen Flüssigkeit. Sein Erbgut gelangt in diesem Akt, der einem Selbstopfer gleichkommt, ins Wasser. Aus diesen DNA-Fetzen, so legt dies zumindest der Film nahe, entsteht die Menschheit.</p>
<p>So weit, so unverständlich. Die Außerirdischen hinterlassen jedoch auf der Erde nicht nur ihr Erbgut, sondern auch an Höhlen- und Tempelwände gekritzelte Sternkarten, auf denen ihr Heimatplanet eingezeichnet ist. Genau diese Höhle wird von zwei Forschern entdeckt, von der tiefgläubigen Christin Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und ihrem Freund Charlie Holloway (Logan Marshall-Green). Bald darauf macht sich eine von dem Großindustriellen Peter Weyland (Guy Pearce) finanzierte Expedition zum fernen Gestirn LV-223 auf, wo Shaw, Holloway, der Android David (Michael Fassbender), die Tochter des Milliardärs, Meredith Vickers (Charlize Theron), und die restliche Crew des Raumschiffs Prometheus rasch entdecken müssen, dass die Schöpfer der Menschheit recht mörderische Gestalten mit einem Faible für tentakelbewehrte Biowaffen sind.</p>
<p>Ridley Scott wollte bei diesem Film „die großen Fragen der Menschheit“ beantworten, &#8211; Wo kommen wir her?, Warum sind wir hier? Was geschieht mit uns, wenn wir tot sind? Leider führt die Beantwortung dieser Fragen in einen Strudel trivialer, diffuser Antworten, die keinerlei Logik, Zusammenhang oder Sinn ergeben. Noch dazu scheint Scott zwischen all den „großen“ Fragen auf die „kleinen“ Fragen des Filmemachens vergessen zu haben: Wie sollte eine Geschichte aufgebaut sein? Wie entwickelt man Charaktere? Welcher Schnitt gibt einem Film das angemessene Tempo? Wie schreibt man glaubwürdige Dialoge? Welche Musik unterstützt die Dramaturgie? &#8211; Und so wird der Film immer haarsträubender und unglaubwürdiger. Warum nehmen an der Forschungsreise derart dumme Wissenschaftler teil? Wissenschaftlicher, denen beim Anblick der erstbesten, außerirdische Kreatur nichts anderes in den Sinn kommt, als diese streicheln zu wollen? Ein Fehler, der zumindest nicht wiederholt werden kann, da dummer Forscher danach tot ist.</p>
<p>So fällt der Film von einem Logikloch ins nächste, Zeit darüber nachdenken bleibt ohnehin nicht, da sich der Zuschauer noch über die schlecht entwickelte Geschichte ärgern darf sowie über einen Guy Pearce, der in der Rolle des greisen Peter Weyland aussieht, als habe ihm jemand eine Gummimaske aus dem Horrorversand übers Gesicht gezogen. Dazu wird man von einem aufdringlichen Soundtrack beschallt, der große Sehnsucht nach der „unheimlichen Stille“ im Weltall aufkommen lässt. Besonders ärgerlich ist die Stereotypie der Figuren. So macht sich die Hauptfigur in „Prometheus“, Elizabeth Shaw, nicht einfach nur aus archäologischem Interesse auf ins All, sondern um ihren vom Darwinismus und der Evolutionsbiologie überzeugten Kollegen zu beweisen, dass raumfahrende Götter der Menschheit das Leben geschenkt haben. Mit dem Kruzifix um den Hals beginnt sie die Mission, und am Ende hängt sie es sich trotzig und unbeirrt wieder um. Dabei darf nicht vergessen werden, nachdem die gesamte Mannschaft der Prometheus grausige Tode gefunden hat, ihr eigener Lebensgefährte mit dem Flammenwerfer eingeäschert worden ist und sie selbst sich per technischem Kaiserschnitt ein unappetitliches Tentakelwesen aus dem Unterleib entfernt hat. Der christliche Glaube an die außerirdischen Schöpfer ist scheinbar unerschütterlich.</p>
<p>Einzige Lichtblicke sind die gelungene Darstellung des Androiden durch Michael Fassbinder und eine souverän eingesetzt 3-D Technik. Leider verblasst eine Charlize Theron und auch die beiden Archäologen können nicht überzeugen. Noomi Rapace tut ihr Bestes, doch dies wirkt oftmals zu bemüht und verbissen, ihr Lover wirkt wie aus einer Boygroup entnommen und sollte wohl für Sexappeal sorgen. Selbst diese einfache Mission ist gescheitert.</p>
<p>Das Wort „Enttäuschung“ ist natürlich immer eine Frage der Perspektive. Man kann Prometheus als passablen Science-Fiction Film mit tollen Effekten durchgehen lassen, &#8211; wenn man die Messlatte weit heruntersetzt. Kritiker wie auch Fans sind zwiegespalten, feiern die einen Prometheus als tolles Weltraumspektakel mit hohem Schauwert, wenden sich andere genervt von der überfrachteten Story und der schlechten Figurenführung ab. Zuviel fehlt für ein Filmerlebnis, welches lange nach hält, zu stark wird jene atemlose Spannung vermisst, die sich so genial durch alle Alienfilme durchzieht.</p>
<p>Prometheus beweist, dass viel Geld, gute Schauspieler, ein genialer Regisseur, Fans, die bereit sind, ins Kino zu pilgern, Effektgewitter, nichts als ein leeres Gefühl zurücklassen, wenn das Rückgrat eines jeden guten Filmes fehlt, &#8211; eine gute, fesselnde Story.</p>
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		<title>The Dark Knight Rises</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Aug 2012 16:21:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comic-Verfilmungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein letztes Mal darf Batman unter der Regie von Christopher Nolan seine schwarzen Schwingen ausbreiten und spektakulär beenden, was 2005 mit „Batman Begins“ begonnen hat. The Dark Knight Rises ist ein perfekter, würdiger Abschluss dieser Trilogie. Acht Jahre sind vergangen, &#8230; <a href="http://www.rinhaofilme.com/?p=110">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein letztes Mal darf Batman unter der Regie von Christopher Nolan seine schwarzen Schwingen ausbreiten und spektakulär beenden, was 2005 mit „Batman Begins“ begonnen hat. The Dark Knight Rises ist ein perfekter, würdiger Abschluss dieser Trilogie.</p>
<p>Acht Jahre sind vergangen, seitdem Batman die Verbrechen von Two-Face auf seine Kappe genommen hat und für immer aus Gotham verbannt wurde. Acht Jahre, in denen der fragile Frieden in der Metropole Bestand hatte. Doch als der nihilistische Bane die Stadt mit Terror von ungeahntem Ausmaß überzieht und der Polizei ihre Grenzen aufweist, hat Bruce Wayne keine andere Wahl. Er muss sein Versteck verlassen und den Schwarzen Rächer wieder zu neuem Leben erwecken.</p>
<p>Christopher Nolan nutzt die von ihm ausgebreitete Leinwand, um große, visuell beeindruckende Bilder zu malen und die Geschichte um den Schwarzen Ritter weiterzuführen. Und er spart nicht mit Gesellschaftskritik. War „The Dark Knight“ noch ein Zerrspiegel ganz realer Terrorängste, spinnt „The Dark Knight Rises“ sein Gesellschaftsbild konsequent weiter. Die Bedrohung durch Terrorismus kommt direkt aus der Gesellschaft, von Menschen, die gegen Politik, Korruption und Bereicherung einzelner aufbegehren. Doch bei all der Verzweiflung, der spürbaren Endzeitstimmung kommt Nolans größte Fähigkeit zum Tragen, &#8211; die Hoffnung, die nie verloren geht. Ob dies nun aus einem tatsächlich positiven Blick auf die Menschheit entsteht, dass ein rettender Held bereit ist selbstopfernd  einen Weg aus Chaos und Zerstörung aufzuzeigen oder man an jene griechische Sage denkt, wo nach allen Plagen der Menschheit Pandora schließlich das größte Übel auf die Menschen losließ, &#8211; eben die Hoffnung, kann jeder selbst beantworten. Bei Nolan dominiert am Ende das Individuum, welches sich aus der Masse befreit und eigene Wege aufzeigt, um nicht nur zu sich selbst zu finden, sondern auch der Menschheit zu helfen.</p>
<p>„The Dark Knight“ ist eine in ihrem Ernst und ihrer Ambition einzigartige, durch und durch ambivalente Saga, welche wie bei Nolan typisch die Idee auf den Prüfstand stellt, was ein Blockbuster ist und was Entertainment leisten kann und zu welchen Fragen und Antworten Comic-Verfilmungen in der Lage sind, &#8211; all das findet bei The Dark Knight Rises ein aufsehenerregendes Ende. Diese Filmtrilogie ist ein Triumph, ein persönlicher für ihren Schöpfer, aber auch für das Kino selbst. Wen man in einen der kommerziellsten Filme des Jahres so viele Ideen packen kann, dann hat das Medium Kino noch vieles zu erzählen und wird noch lange Bedeutung in den Augen der Menschen haben.</p>
<p>Nolan ist jener Regisseur unserer Zeit, der es schafft Unmögliches mit Möglichen zu verbinden, Kommerz mit Kunst, Unterhaltung mit Anspruch, einen Blockbuster mit der Tiefe eines Independentfilms und dies bewerkstelligt er so leicht und genial, als wäre es eine Fingerübung und kein monumentaler Auftrag. Eigentlich rettet er im Alleingang das Kino und zeigt auf, was mit einem gut durchdachten Drehbuch, raffinierten Einfällen, grandiosen Ideen und menschlich nachvollziehbarer Figurenführung an Filmen entstehen kann, &#8211; dies hat er mit kleinem Budget wie auch mit großen, finanziellen Mitteln geschafft, mit Schauspielern, die er immer wieder gerne besetzt und einem Team um sich, welches geschlossen seinen visionären Gedanken folgt.</p>
<p>Möge diese filmische Reise noch lange weitergehen.</p>
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		<title>Spiderman Forever</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jul 2012 06:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Comic-Verfilmungen]]></category>

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		<description><![CDATA[The Amazing Spider-Man markiert nach dem Bruch mit Sam Raimis Version der Spiderman-Filme einen Neustart für die erfolgreiche Superheldenreihe. Im Film von Marc Webb übernimmt Andrew Garfield die Rolle des Peter Parker alias Spiderman. Er stach damit namhafte Konkurrenten aus, &#8230; <a href="http://www.rinhaofilme.com/?p=105">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>The Amazing Spider-Man markiert nach dem Bruch mit Sam Raimis Version der Spiderman-Filme einen Neustart für die erfolgreiche Superheldenreihe. Im Film von Marc Webb übernimmt Andrew Garfield die Rolle des Peter Parker alias Spiderman. Er stach damit namhafte Konkurrenten aus, die Rolle bekam er auch aufgrund seiner grandiosen Darbietung im englischen Independentfilm Boy A. Doch nicht nur mit der Wahl Garfield haben Regisseur und Produzenten ein glückliches Händchen bewiesen, sein Co-Star Emma Stone vermag ebenso zu überzeugen. Das Knistern auf der Leinwand zwischen den beiden Schauspielern ist auch keineswegs „nur“ gespielt, beide fanden auch um realen Leben zueinander und sind seit dem Film als Paar unzertrennlich. Weiters hat man mit Drehbuchautor James Vanderbilt (der sein enormes Können unter anderem bei „Zodiac – die Spur des Killers“ von David Fincher unter Beweis stellte) einen weiteren Ausnahmekönner auf das Set geholt.</p>
<p>Die Frage ist nun, was der noch relativ junge Regisseur Marc Webb, der über Musikvideos unter anderem für Green Day und My Chemical Romance, zum Film kam und mit „(500) Day of Summer“ sein vielbeachtetes und mehrfach ausgezeichnetes Spielfilmdebüt ablieferte, mit The Amazing Spiderman geschaffen hat. Schwerpunkt der Geschichte liegt in Peter Parkers Suche nach den Geheimnissen rund um das Verschwinden seiner Eltern und seiner wachsenden Beziehung zu seiner ersten großen Liebe Gwen Stacy (Mary Jane, sein Love Interest aus den vorigen drei Teilen, kommt gar nicht erst vor). Wichtiger Unterschied zur ersten Trilogie und jetziges Zugeständnis an die Spider-Man Fans der ersten Stunde, anders in der Trilogie besitzt Peter Parker nun keine „natürlichen“ Spinndrüsen mehr, sondern hat spezielle Gadgets entwickelt, welche die vielseitig verwendbaren Fäden verschießt. Dies ist zwar nahe am Original, dennoch dürfte dieser technische Ausflug a lá Iron Man nicht jedem Zuseher gefallen. Nicht oft muss die Nähe zum Comic besser sein, die natürliche genetische Mutation, welche die Spinnenfäden auslöst, hat mir persönlich besser gefallen. Ein weiterer Minuspunkt ist das ständige Aufdecken des Gesichts. Die Zuseher wissen, dass Garfield gut und cool aussieht, aber so oft wie er die Maske abnimmt, raubt es der ganzen Figur den geheimnisvollen Zauber um die wahre Identität.</p>
<p>Die visuelle Textur von The Amazing Spider-Man fällt sichtbar düsterer als die farbenprächtigen, surreal anmutenden Bilderwelten Sam Raimis aus. Dazu kommen beeindruckende Effekte, die einem den Kinosaal vollkommen vergessen lassen. So locker, leicht, dynamisch und gleichzeitig mitreißend hat sich Spiderman in einer Realverfilmung noch nie über die große Leinwand geschwungen. Der 3D-Effekt muss zwar nicht sein, verleiht aber dennoch einigen Bildern eine wirkungsvolle Tiefe und unterstreicht jene Sequenzen, wo sich Spiderman durch die Häuserschluchten von New York schwingt.</p>
<p>Die müßige Frage, ob Andrew Garfield der bessere Peter Parker ist, kann tatsächlich von jedem Zuseher und Spiderman Fan nur persönlich beantwortet werden. Ich persönlich finde, dass die Verwandlung eines schüchternen, von vielen gehänselten Außenseiters zu einem selbstbewussten, jungen Mann dank der Kräfte Spidermans von Tobey Maguire besser, sensibler und zerbrechlicher dargestellt wurden. Andrew Garfield sieht einfach zu gut für einen Außenseiter aus, er wirkt zu cool auf seinem Skateboard, dass man ihm Selbstzweifel und depressive Gedanken abnimmt. Diese Verwandlung ist Tobey Maguire glaubwürdiger gelungen, wie auch die Zerrissenheit der Figur darzustellen, die zwischen großer Verantwortung und dem Finden der eigenen Persönlichkeit schwankt.</p>
<p>Dafür kann man Andrew Garfield zugute halten, dass er nicht nur eine echte schauspielerische Entdeckung ist, sondern Spiderman neue, eigenwillige, sehr individuelle Seiten verleiht. Sein Spiderman zweifelt nicht viel, sondern genießt seine Kräfte, ein Umstand, welchem man dem stets ein wenig weinerlich wirkenden Tobey Maguire auch gewünscht hätte. Er ist ein junger Spidy für eine junge Generation, die den Moment genießt, für ihn ist Spiderman eine Therapie zum oft schwierigen Alltag. Und Garfield als Spiderman spielt facettenreicher, er ist düsterere, tiefer, dennoch in den richtigen Momenten viel wütender, als es Tobey Maguire jemals war. Auch das mimische Repertoire ist bei Garfield vielfältiger, Maguire wechselt zu oft zwischen grenzdebilem Lächeln (vor allem, wenn er die von ihm angehimmelte Mary Jane sieht) und dem bösen Blick eines Teddybären. Da kann Garfield mit mehr schauspielerischer Leistung überzeugen.</p>
<p>Aber eigentlich ist es dem Zuseher und Fan egal, wer sich im Spinnenkostüm durch die Straßenschluchten der Millionenmetropole New York schwingt, &#8211; ob in 3-D oder ohne, Hauptsache Spiderman wird dem Kino mit seinen Abenteuern noch lange erhalten bleiben.</p>
<p>Spiderman forever, – und wer auch immer dich im hundert Jahren verkörpern wird, sicher werden wieder viele Menschen gebannt zusehen, wie sich dieser zerrissene Held durch die Skyline von Manhattan schwingt.</p>
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		<title>The Grey &#8211; Unter Wölfen</title>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 12:25:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drama]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit diesem Film ist Regisseur Jo Carnahan eine kleine Kinosensation gelungen. „The Grey“ ist ein Film aus dem Morituri-Genre, &#8211; Todgeweihte kämpfen isoliert, fernab der Zivilisation, ums Überleben und kämpfen vor allem gegen die eigenen Ängste. Die Geschichte des Films &#8230; <a href="http://www.rinhaofilme.com/?p=91">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit diesem Film ist Regisseur Jo Carnahan eine kleine Kinosensation gelungen. „The Grey“ ist ein Film aus dem Morituri-Genre, &#8211; Todgeweihte kämpfen isoliert, fernab der Zivilisation, ums Überleben und kämpfen vor allem gegen die eigenen Ängste. Die Geschichte des Films ist rasch erzählt. Ein Flugzeug, welches eine Gruppe von Arbeitern von ihrer Ölbohrstation wieder zurück in die Heimat bringen soll, stürzt in den weiten Alaskas ab. Wenige überleben das Unglück und sehen sich einer unwirklichen Landschaft ausgesetzt, wo Hunger und Kälte nicht das einzige Problem sind. Eine Horde von Wölfen hat sie gewittert, die Überlebenden befinden sich in ihrem Jagdgebiet und die Tiere haben die Spur von ihnen aufgenommen, eine Fährte aus Angst und Blut. Anfangs sind die Wölfe nichts als kleine Augenpunkte in einer schaurigen Finsternis, später erscheinen sie groß und mächtig auf der Leinwand. Eine jener Szenen, die man wohl nicht vergessen wird, findet unmittelbar nach dem Absturz statt. Ottway entdeckt einen Freund im Flugzeug liegend, schwer verletzt, &#8211; er wird verbluten. „Du wirst sterben“, sagt er zu ihm, aufrichtig und schonungslos ehrlich, „aber ich werde dir helfen hinüberzukommen. Wen liebst du am meisten, &#8211; hol dir diese Bilder, diese Figuren her, denn diese sollen dich drüben in Empfang nehmen.“ Diese Szene allein ist eine berührende und selten gesehene filmische Anleitung zum Thema Sterbehilfe.</p>
<p>Ohne Plan und Ziel folgen die Männer Ottway. Liam Neeson spielt ihn mit einer natürlichen Führerschaft, die Respekt einfordert und Rebellion provoziert. Die Männer vertrauen ihm, weil er die meiste Erfahrung besitzt und selbst ein Jäger ist, &#8211; es war sein Job, das Umfeld der Stationen gegen die Angriffe der Wölfe zu sichern. Die Ironie ist, dass einer, der des Lebens müde war, nun zum Anführer einer Gruppe wird und verbissen versucht alle am Leben zu erhalten. Womit Ottway vor allem Erfahrung hat, ist der Tod. „Don&#8217;t be afraid“, diese Worte hat seine Frau immer zu ihm gesagt. In Rückblenden und Erinnerungen sieht er seine Frau immer wieder vor sich, &#8211; sie unheilbar an Krebs erkrankt, er untröstlich vor Schmerz und Sorge. Die Beziehungen, die Kommunikation der Lebenden und der Toten, das ist eines der großen Themen in diesem Film. Dies manifestiert sich am Abschiedsbrief, welchen Ottway am Tag vor dem Flugzeugabsturz an seine Frau geschrieben hat, &#8211; einzig ein Zufall verhindert, dass sich der lebensmüde Mann mit einer Gewehrkugel selbst von seinem Leiden erlöste. Er hatte den Lauf schon gegen den Mund gedrückt, ausgerechnet das Heulen eines Wolfes hielt ihn davon ab. Dieser Brief taucht im ganzen Film immer wieder auf, &#8211; zusammengeknüllt, zerknittert und schmutzig in den groben Händen von Liam Neeson, einem Mann, gezeichnet vom tragischen Verlust. Der ganze Film ist um ihn herumkomponiert, ihm gehören auch die stärksten Momente.</p>
<p>Neben großartigen Schauspielern überzeugt der Film mit seiner atmosphärisch dichten Inszenierung und der atemberaubenden Kulisse Alaskas. Die Wildnis, die Herrschaft der Kälte scheint direkt von der Leinwand in den Kinosaal zu reichen, man meint, dass nasse Holz riechen zu können und immer wieder ist der Zuseher ganz nah an den harten Männergesichtern dran, die um das eigene Überleben kämpfen. Vor allem dem Gesicht von Liam Neeson kommt man so nahe, dass es einen fast schon unangenehm berührt, natürlich auch wegen der nicht zu verdrängenden Überschneidung von Film und Leben. Neeson selbst verlor auf tragische Weise seine Lebensliebe, die umwerfende Schauspielerin Natascha Richardson. Ihn hier nun einen ganzen Film lang zu sehen, wie er einer im Film unwirklich engelsgleichen Frau nach trauert, mit an Selbstaufgabe grenzender Verzweiflung, das geht nahe und verleiht diesem harten Film zusätzlich noch eine Tiefe, die  seinesgleichen sucht. Auch die Wölfe sind immer gefährlich nahe, &#8211; hungrige Killer, die in ihrem animalischen Instinkt überwältigend tödlich sind. Dazu der Winter, die Kälte. Der Zuseher wird von einem unwirklichen Gefühl ergriffen, dass der brutale Tod unabwendbar scheint, &#8211; nicht nur für die Darsteller in diesem Film, sondern für jede menschliche Existenz. Die Übergänge zwischen Leben und Tod sind fließend, die Bilder prägen sich ein. Der geisterhafte Winter. Einsames Schweigen. Eine unendliche Weite zeichnet die Landschaft aus und jeder Schritt in diesem glänzend filigranen Weiß zeigt die schreckliche Schönheit der Natur, wo die Zeit alles einzufrieren scheint. Das seidene Gewebe des Schnees liegt wie ein düsteres Leichentuch über einer trügerischen Leere und bedeckt die wenigen sturmgebeugten Bäume. Die Kälte zerschneidet die Haut wie Messerklingen, sticht hinein mit vergifteten Nadeln und verbrennt sie wie Feuer. Der Film zeigt den Winter als das kälteste aller kalten Ungeheuer.</p>
<p>Zwar würden normale Menschen mit nasser Kleidung im Winter wahrscheinlich an Unterkühlung sterben, Liam Neeson läuft sich hingegen damit einfach warm, doch wer sich angesichts solcher Szenen aufregt, dem sei gesagt, dass es sich hier um einen Kinofilm und keine BBC-Reportage handelt. Wer eine Dokumentation sehen will, ist bei einem Spielfilm völlig falsch und daher sind Kritiken, die auf mangelnden Realismus in der Darstellung der Wölfe oder im Überlebensdrama abzielen, einfach nur fehl am Platz.</p>
<p>„The Grey“ verzichtet bei aller Tiefgründigkeit auf jegliche Form von Sentimentalität und dies ist vor allem Hauptdarsteller Liam Neeson und Regisseur Jo Carnahan zu verdanken. Mit Regisseur und Hauptdarsteller haben sich auch zwei wandlungsfähige Menschen getroffen, &#8211; Joe Carnahan gilt als Regie-Chamäleon, der bekannt dafür ist verschiedene Genres neu zu interpretieren und der jetzt mit „The Grey“ sicher seinen eindringlichsten und härtesten Film vorgelegt hat. Kaum zu glauben, dass von ihm der sinnfreie Action-Unsinn „Das A-Team“ stammt, welchen er ebenfalls mit Liam Neeson in der Hauptrolle gedreht hat. Auch Neeson ist bekannt für seine große Wandlungsfähigkeit, aber diese Rolle scheint für ihn mehr zu sein, &#8211; er füllt sie mit echtem Leben und wahren Erinnerungen aus. Gedreht wurde auch in keiner Studiokulisse, weder Schnee noch Landschaft wurden digital nachbearbeitet. Man sieht den Darstellern die Kälte und Leere, die Erschöpfung und existenzielle Grenzerfahrung an, in der sie agieren. Der Film ist fast schon philosophisch angehaucht, &#8211; behandelt eine Philosophie, die aus der Existenz kommt, wo eine Einheit von Handeln und Denken entsteht und eine Rückführung auf wenige Werte, wenige Gefühle, letztendlich auf Eros und Thanatos, Liebe und Tod stattfindet. Ein Western im Schnee, &#8211; ein existenzielles Drama mit Endzeitstimmung, ein Survival-Thriller, nüchtern, archaisch und philosophisch zugleich und ohne jegliche Illusion.</p>
<p>Jede Einstellung in diesem Film besitzt ihren eigenen Rhythmus und Sinn, &#8211; gleich zu Beginn wird ein düsterer, zynischer Grundton im Film etabliert und es offenbart sich eine bittere Sicht auf die menschliche Gesellschaft, wenn nicht auf die menschliche Natur selbst. In der abgelegenen Bohrstation in Alaska herrscht das Recht des Stärkeren, doch gerade die gnadenlose Härte erweist sich später im direkten Duell mit den Wölfen als vollkommen nutzlos. Anfangs besitzen die Szenen etwas von einer fürchterlichen, aber durchaus gerechten Rache der Natur für menschliche Anmaßung und Arroganz. Die Attacken der Wölfe werden sehr direkt, ganz nah an der Kamera inszeniert, meist im Dunklen, um dem Zuschauer bewusst die Orientierung zu nehmen. Diesen nächtlichen Aufnahmen setzt der Regisseur immer wieder majestätische Landschaftspanoramen des tief verschneiten Alaskas entgegen, was in jener berührenden Gänsehautszene endet, in der sich ein verletztes Mitglied der Gruppe aufgeben will und bei einem phänomenalen Blick auf die betörend schöne Weite sterbend zurückgelassen wird. Das Bild zeigt ein raues Felsenbett. Kreislauf des Wassers. Und wie ein stummer Wächter erhebt sich ein Berg über einer Ebene, die so schön, so kühl daliegt wie ein blasser Morgen im Frühling noch durchhaucht von Winterkälte. Diese kraftvolle Einstellung ist wunderschön und dennoch tief bedrückend, – in diesem Moment erhält die (selbst-)zerstörerischen Art des Menschen einen Trauerrand und emotionale Erdung.</p>
<p>Dieser Film erzeugt eine Intensität wie ganz wenig Anderes in diesem an Intensität nicht gerade armen Kinojahres. Zum Schluss fügt sich alles perfekt zusammen, man bleibt zurück mit einem unwirklichen Gefühl, &#8211; der Schnee, die Kälte, die Trauer, der Tod, die Liebe – dies bleibt noch lange haften, dies schüttelt man nicht einfach ab.  - Habe keine Angst, &#8211; ist eine der essentiellen Botschaften des Filmes. Bei all dem Schrecken, dem Tod, der Kälte, sollte man keine Angst vor dem Abgrund, der Einsamkeit, der Verzweiflung, vor dem Nichts haben. Denn die letzten Augenblicke des Lebens gehören jenen Menschen, die man am meisten geliebt hat oder immer noch liebt. Die glücklichen Momente sind jene, die man in den wenigen Sekunden vor dem Tod sehen sollte und wenn ein Film es schafft, einen wieder an wahre Liebe und Gefühle zu erinnern, dann wohl „The Grey“.</p>
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		<title>Saving Private Horse</title>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 12:04:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tiere]]></category>

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		<description><![CDATA[„Je intelligenter ein Tier, desto größer seine Chance vom Menschen missbraucht zu werden“, &#8211; so schrieb schon der französische Autor Martin Monestier und gerade in Kriegszeiten wird dies besonders deutlich. Wobei die Ausbeutung der Tiere im Krieg in der Historie &#8230; <a href="http://www.rinhaofilme.com/?p=82">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Je intelligenter ein Tier, desto größer seine Chance vom Menschen missbraucht zu werden“, &#8211; so schrieb schon der französische Autor Martin Monestier und gerade in Kriegszeiten wird dies besonders deutlich. Wobei die Ausbeutung der Tiere im Krieg in der Historie so gut wie gar nicht behandelt worden ist, &#8211; „Tiere im Krieg“ ist ein fast vergessenes Kapital, welches wert ist endlich aufgeschlagen zu werden. Allein die Zahlen sind erschreckend. Über 16 Millionen Pferde sind im Ersten Weltkrieg auf den Schlachtfeldern gestorben. Sie wurden gnadenlos ausgebeutet, verendeten qualvoll vor Erschöpfung und Müdigkeit, wurden brutal erschossen oder dienten als Schlachtvieh. Wie schnell Pferde abgeschlachtet worden sind, zeigt der Kampf bei Moreuil, wo im März 1918 über 800 Tiere in nur einer Stunde gestorben sind. Besonders schlimm erwischten es die Artillerie-Pferde, die durch unwegsames Gelände schwere Geschütze ziehen mussten und innerhalb von wenigen Tagen daran krepierten. Neben Pferden wurden auch Hunde und Tauben für den Krieg eingesetzt, &#8211; allein im zweiten Weltkrieg starben fast dreißig Millionen Tiere.</p>
<p>Der Mensch hat das Tier immer schon für seine Kriegszwecke eingesetzt, &#8211; in der Antike waren es Elefanten, die gegen als brennende Fackel missbrauchte Schweine antreten mussten und heute werden Delfine, Seehunde oder Ratten als Minensucher ausgebildet um ihr Leben auf der Suche nach den todbringenden Bomben zu lassen. Im Gegensatz zum Mensch hat das Tier aber keine Wahl und wird als Kanonenfutter Millionenfach verwendet. Nackte Zahlen sind meist zu abstrakt um zu berühren, so hoch und erschreckend sie auch sein mögen. Und das weiß niemand besser als Steven Spielberg, der in jedem seiner Filme versucht das Individuum in den Vordergrund zu stellen und anhand eines Schicksals das Leben, den Kampf und den Schmerz vieler aufzuzeigen. In „Schindlers Liste“ zeigt er uns das Grauen des Holocausts durch ein Mädchen in einem rosafarbenen Mantel, welches als einziger Farbpunkt in diesem schwarz-weiß Film diente, &#8211; in „Saving Private Ryan“ riskieren acht Soldaten ihr Leben um den einzigen noch lebenden Sohn einer Mutter, die bereits drei Söhne verloren hat, zu retten. Aber auch sonst fokussiert Steven Spielberg gerne das Grauen oder auch Wagnisse anhand einzelner Figuren, &#8211; sei es den Schrecken aus der Tiefe mit dem „Weißen Hai“, den längst ausgestorbenen, in „Jurassic Park“ wieder zum Leben erweckten Tyrannosaurus Rex oder er erschuf mit Indiana Jones eine nachhaltige Symbolfigur des Abenteurers und Archäologen. Und genau diese Mission hat Spielberg bei „Gefährten“ fortgesetzt und inszenierte mit diesem Film eine Liebeserklärung an das Tier schlechthin.</p>
<p>Michael Morpurgos Jugendroman „Schicksalsgefährten“, – im Englischen „War Horse“ genannt, wobei dieser Titel das Thema des Pferdes im Krieg noch viel besser und genauer trifft, wurde im Jahr 1982 veröffentlicht und hat binnen kurzer Zeit eine einzigartige Erfolgsgeschichte gestartet. Kinder, Jugendliche und Erwachsene liebten die Story von der Freundschaft zwischen einem Jungen und seinem Pferd und schnell hat es dieses Buch auch auf die Bühnen der Welt geschafft. Als Theaterstück fiel es Steven Spielberg auf, der sich rasch die Rechte dafür sicherte und mit seinen alten Weggefährten für das Kino episch aufbereitete. So untermalte die wunderschönen Landschaftsaufnahmen John Williams mit großer Orchester-Musik und sorgte aber auch in ruhigeren Passagen für eindringliche Momente. Michael Kahn gelang es durch seinen Schnitt aus vielen Einzelschicksalen ein großes Ganzes zu formen, wo der Rhythmus zwischen Krieg und Freundschaft, bewegten Szenen und leisen Momenten mehr als gelungen ist. Natürlich war auch wieder Janusz Kaminski dabei, dem es als Kameramann von so gut wie allen Spielberg Filmen gelang mit stilisierter Lichtsetzung nicht nur die irische Landschaft wunderschön auf die Leinwand zu bannen, sondern jede einzelne Szene bewegend auszuleuchten und dem Zuseher nahe zu bringen. Mit diesem Team gestaltete Spielberg ein zutiefst berührendes, visuell überwältigendes und unerschrocken emotionales Meisterwerk, welches ihn auf dem Höhepunkt seines Könnens zeigt und begreiflich macht was der Mensch nicht nur dem Tier, sondern auch sich selbst, im Kriege antut. Mit teils sensibler und dann wieder drastischer Bildersprache fängt Spielberg mit einem einzelnen Pferd das Leid von so vielen ein und neben der tiefen Freundschaft zwischen Pferd und Reiter entstehen immer wieder kluge und bewegende Porträts jener Personen, die das Schicksal und den Weg dieses Tieres teilen.</p>
<p>In diesem Film wird die ergreifende Geschichte vom Famersohn Albert und seinem geliebten Wallach Joey erzählt. Beide verbindet von Beginn an eine tiefe Freundschaft, die dramatisch auseinander bricht, als sein Vater Joe an die englische Kavallerie verkaufen muss. Als Kriegsross wird Joey direkt an die Front geschickt und erlebt die Gräuel des Krieges hautnah mit. Mit dem Einzug in den Krieg beginnt eine schicksalhafte Odyssee, die immer aus der Sicht des Pferdes erzählt wird und zeigt, was Joey alles angetan wird, aber auch wie er Menschen findet, die ihm helfen, die er inspiriert und diese durch den Tod aber auch wieder verliert. Albert wiederum kann in seiner Heimat sein Pferd nicht vergessen, meldet sich freiwillig um sich auf die Suche nach Joey zu begeben und sein Pferd wieder nach Hause zu bringen. Unterstützt wird Spielberg bei seinem Film von einem tollen Schauspielensemble, welches auch bei nur wenigen Filmminuten seinen Figuren einen nachhaltigen und bleibenden Eindruck verleihen kann. Vergessen darf man bei diesem Film nie, dass ein Jugendbuch als Vorlage dient und darum wird das harte Kriegsgeschehen zwar nicht ausgeklammert, aber dennoch etwas unblutig dargestellt. Weit entfernt ist die Darstellung von der tatsächlichen Realität, welche Pferde im Ersten Weltkrieg erleiden mussten. Liest man bei Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ nach, dann kann man sich schnell ein Bild davon machen, wie es ausgesehen haben mag als sich hunderte Pferde verstümmelt nach einem Schrapnellangriff im Todeskampf wanden und qualvoll starben.</p>
<p>In grandiosen Bildern und Sequenzen wechseln sich Grausamkeit und Poesie, schwelgende, in fast schon kitschige Farben getauchte Einstellungen und mit dem Entsetzen des Krieges ab. Das Tier trifft auf die Bestie Mensch und wird von eben dieser dann auch wieder gerettet und gesucht, Liebe und Tod liegen oftmals nur einen Schnitt, einen Augenblick voneinander entfernt. „Gefährten“ ist wie jeder Spielberg Film für die Augen eines Kindes gedreht und mit den Augen eines Kindes sollte man seinen Filmen auch begegnen, &#8211; wobei es sich in den Kriegsszenen genau umgekehrt verhält, &#8211; hier sehen Kinder das Grauen aus einer sehr erwachsenen Perspektive, was gewagt ist und dem Film eine ganz besondere Tiefe verleiht.</p>
<p>Mit einem Zitat angefangen, endet diese Filmkritik auch mit den Zeilen eines der bekanntesten, deutschen Philosophen und Denker &#8211; „Die vermeintliche Rechtlosigkeit der Tiere, der Wahn, dass unser Handeln gegen sie ohne moralische Bedenken sei, ist eine geradezu empörende Barbarei des Abendlandes. Die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit sind wir den Tieren schuldig.“ Diesen Zeilen von Arthur Schopenhauer ist nichts hinzuzufügen wie auch diesem großen Gefühlskino, welches eine emotionale Hommage an das Tier ist und ohne viele Worte Seele und Herz eines jeden Lebewesens einzufangen vermag.</p>
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		<title>Verblendung</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 22:39:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt vielleicht noch Menschen, die noch nie etwas von diesen drei Kultbüchern des Autors Stieg Larsson gehört haben, &#8211; wer dazu gehört, aber auch alle Fans der Bücher sollten schnell ins Kino gehen, denn mit „Verblendung“ wurde jetzt das &#8230; <a href="http://www.rinhaofilme.com/?p=71">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt vielleicht noch Menschen, die noch nie etwas von diesen drei Kultbüchern des Autors Stieg Larsson gehört haben, &#8211; wer dazu gehört, aber auch alle Fans der Bücher sollten schnell ins Kino gehen, denn mit „Verblendung“ wurde jetzt das erste Buch, &#8211; nach der schwedischen Verfilmung, von David Fincher für den internationalen Markt mit bekannten Gesichtern und viel Geld neu verfilmt.</p>
<p>Der Plot spannt sich trotz seiner über zweieinhalb Stunden Länge straff über die Leinwand und wirkt dabei wie ein Stück Haut, dass dem Buch abgezogen und diesem Film übergeben worden ist, &#8211; das Drehbuch passt perfekt und vermag bis zum Schluss zu fesseln. Allein der Beginn des Films ist ein Film in sich. Aus ineinander fließenden Strömen von flüssigem Teer und geschmolzenem Metall formen sich die Skulpturen der beiden Hauptdarsteller. Ob es eine Verschmelzung, ein Liebesakt oder eine grausame Auflösung in einer giftigen Flüssigkeit ist wird dabei offen gelassen. In ihrer präzisen Komposition und unglaublichen Ästhetik erinnern die in metallisch-schwarzer Farbpalette gehaltenen Anfangseinstellungen an die tragenden Elemente des folgenden Films. Beide Hauptfiguren, der Journalist und die junge Punkerin, haben eine Leidenschaft und besondere Spezialität, – das Enthüllen. Und dabei ist es nur logisch, dass beide sich letztendlich auch selbst enthüllen, wie der Vorspann zeigt und in der Offenlegung ihrer Körper und Seelen auch viel Gefahr und Angst verborgen liegt.</p>
<p>Dieser metaphorische Bilderreigen ist ein genialer Einspann zum folgenden Film, dessen Geschichte als mittlerweile bekannt  beim Zuseher vorausgesetzt werden darf. Dennoch gelingt es dem Regisseur David Fincher die Geschichte von Hass und Rache, Jägern und Gejagten, dunklen Geheimnissen und letztendlich von Gut und Böse neu zu erzählen, wobei die Grenzen schwimmend und verfließend sind wie die ersten Sekunden des Films schon andeuten. Für alle die, welche die Geschichte dennoch nicht kennen, &#8211; „Verblendung“ handelt vom Journalisten Mikael Blomkvist, der gerade um seinen Ruf bangt und seine Reputation als aufklärerischer Journalist wegen mangelnder Beweisführung vor Gericht verloren hat. In dieser schwierigen Zeit wird er von einem steinreichen Industriellen angeheuert, um das Geheimnis seiner vor zwanzig Jahren spurlos verschwundenen Enkelin aufzuklären. Blomkvist nimmt an, zum einen wegen dem Geld, aber auch, weil der Auftraggeber Beweismaterial verspricht, mit dem er sich als Journalist wieder rehabilitieren könnte. Bei der Aufklärung des Falles steht ihm die blutjunge, rebellische Hackerin Lisbeth Salander zur Seite, die Rache nehmen möchte an all dem Bösen in der Welt, insbesondere, wenn dies männlich ist. Beide entdecken hinter dem Verschwinden der Enkelin die blutrote Spur eines Serienkillers, dessen grausame Taten bis in die Gegenwart der Industriellenfamilie zu reichen scheint. Diese Spur zu enthüllen und das Geheimnis zu lüften, schweißt beide Hauptfiguren zusammen bis zum brutalen Ende.</p>
<p>Die eigentliche Story aber in dieser Geschichte ist die Welt rund um Lisbeth Salander, mit deren Entwicklung dem Autor Stieg Larsson eine Kultfigur gelungen ist. Lisbeth Salander hat trotz ihrer noch so jungen Jahren Furchtbares erleben müssen, eine missbrauchte Kinderseele, die mit aller Härte in diesem zarten Körper um ihr Recht auf Leben, Liebe und Selbstbestimmung kämpft. Gepierct, mit einem Drachen tätowiert, hochintelligent, Einzelgängerin, verschlossen, fotographisches Gedächtnis, Computergenie, vergewaltigt, verletzlich und skrupellos, ist sie eine Art Cyper-Rächerin aller Frauen, die als Opfer von Gewalt und Missbrauch Böses mit Bösem vergilt. Das Thema der „Rache“ zieht sich bei „Verblendung“ als roter Faden durch den Film, durch das Leben von Lisbeth Salander und auch durch die Werke von David Fincher. Getragen von einem guten Schauspielerensemble ragen Daniel Craig, der seinen Journalisten souverän anlegt und in dieser Figur weitaus besser gefällt als in vielen anderen, 007 geprägten Filmen, und die noch relativ unbekannte Ronney Mara heraus, die es schafft der facettenreichen Romanfigur ein Gesicht zu verleihen, welches zugleich aus mehreren Gesichtern zu bestehen scheint. Mara vermag die vielen Seiten der Lisbeth Salander zu verkörpern, ohne dabei verschiedene Klischees zu bedienen oder von zart auf hart zu springen. Sie legt ihre Figur weitaus stiller, verschlossener und subtiler an als die in der schwedischen Kinoversion von Noomi Rapace gespielte Lisbeth, und macht sie dadurch zwar zerbrechlicher, aber auch dem Zuseher zugänglicher. Trotz ihrer gezeigten Härte und kühlen Verschlossenheit wirkt sie als Figur, als Frau, Mädchen, Mensch weitaus interessanter und Maras Lisbeth ist in ihrer Stummheit schillernd und unberechenbar zugleich. Die kaltblütige Klarheit in ihren Taten steht in eklatantem Widerspruch zu Lisbeths fragilem Äußeren, dem Punkstil und den vielen Piercings im Gesicht, &#8211; sie wirkt wie ein verlorener Racheengel mit grazilem Audrey-Hepburn Körper und scheuem Ausdruck in den Augen, die gar nicht zu solch einer Brutalität fähig ist, die sie dann im Zuge ihrer Rache an jenen Menschen zeigt, die ihr Böses angetan haben. Neben den zwei Hauptcharakteren ist der ewige Winter, – die klirrende Kälte, das blendende Weiß des Schnees die dritte Hauptfigur in diesem Film und für alle Zuseher wird die Kälte, das Eis durch die wunderschönen Landschaftsaufnahmen und Nahaufnahmen frierender Gesichter spürbar.</p>
<p>„Verblendung“ ist ein Kunstwerk der ganz eigenen, besonderen Art und Finchers Talent für protokollarisches, aber geschmeidiges Erzählen kommt hier besonders gut zum Tragen, untermalt von düsteren Bildern und pulsierenden Gitarrenriffs eines alten Led-Zeppelin Songs. Ein Film, ganz im Zeichen vom Eleganz und Stil gehalten, von Klarheit und bildnerischer Schönheit, der eine seltsame Kombination von klassischem Journalismus zeigt, der sich mit der androgynen Figur des Internets einlässt und sie zur Komplizin macht. Auf der Suche nach dem Mörder treffen Printschreiber und die Generation der Blogger und Twitterer zusammen und reichen sich die Hände im Namen einer höheren Gerechtigkeit. Und das macht den Reiz dieses Filmes zusätzlich noch aus, denn von den gut zweieinhalb Stunden des Films spielt ein Drittel in Bibliotheken, Archiven, Redaktionen, an Schreibtischen und Aktenregalen, zeigt aber auch die Arbeit am PC und das Hacken und Beschaffen von geheimen Daten. Neben vielen gelungenen Details wie den in erlesenen Sepiafarben gehaltenen, gezeigten Bildern der sechziger Jahre, die in Rückblenden das damalig Geschehene erzählen oder der abgeschiedenen Einsamkeit und den verlorenen Raumfluchten des Anwesens auf der Privatinsel, ist die Verbindung von klassischer Recherche und modernen Methoden der vielleicht schönste Zug dieser Verfilmung. Und die  Bilder, welche Lisbeth und Blomkvist in Archiven und alten Fotoalben entdecken, fließen wie entfesselt über die Leinwand, als hätte die digitale Verwandlung sie erst richtig zum Leben erweckt und zur Erscheinung gebracht.</p>
<p>Eine immer wieder gestellte, langsam schon müßige Frage zum Schluss, &#8211; warum eine Neuverfilmung der schwedischen Version von „Verblendung“? Dies kann man ganz einfach und klar beantworten, &#8211; verschiedene Menschen interpretieren ein Buch anders und lassen sich auf andere Art und Weise von einer faszinierenden Geschichte inspirieren, &#8211; die Tatsache, dass es bereits einen Film gibt, ist kein Argument dagegen und von einem „Original“ braucht man daher auch nicht bei der europäischen Version zu sprechen. Möge dieses Buch, &#8211; diese Trilogie, die Figuren darin, der schwarze, tätowierte Racheengel noch viele Filmschaffende und Künstler inspirieren, &#8211; denn das ist schließlich das Größte, was Kunst vermag, &#8211; wenn es so genial beschaffen ist, dass es andere, eigenständige Künstler zu einer neuen Interpretation verführt und motiviert. Und wenn es so gelungen ist wie bei David Finchers „Verblendung“ kann man nur hoffen, dass auch die zwei anderen Teile in ähnlicher Qualität auf die Leinwand gebannt werden wie dies hier geschehen ist.</p>
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		<title>Atmen</title>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 02:27:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ist ein Film, der einen stellenweise tatsächlich den Atem raubt, der den europäischen Filmpreis gewann, der einen Blick in eine verletzte Seele wagt, ein Regieerstling, der mit einem bis dahin vollkommen unbekannten Darsteller gedreht wurde, – „Atmen“ ist eine Überraschung, &#8230; <a href="http://www.rinhaofilme.com/?p=64">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>ist ein Film, der einen stellenweise tatsächlich den Atem raubt, der den europäischen Filmpreis gewann, der einen Blick in eine verletzte Seele wagt, ein Regieerstling, der mit einem bis dahin vollkommen unbekannten Darsteller gedreht wurde, – „Atmen“ ist eine Überraschung, ein Augenblicksfilm, der jene feine, psychologische Klinge besitzt, die große, österreichische Künstler so unterschiedlich sie auch sein mögen von Schnitzler bis Kubin immer schon ausgezeichnet hat.</p>
<p>Und dabei besitzt der Regisseur Karl Markovics soviel Feingefühl und Sensibilität in der Inszenierung, als hätte er als Jugendlicher selbst all das erlebt, was seinem Protagonisten zugestoßen ist. Die Geschichte ist alles andere als leichte Kost, mutet dem Betrachter trotz der einfachen und schlichten Erzählweise viel zu. Der Zuseher erhält Einblicke in ein Leben, wo nichts so lief wie man es sich für ein Kind wünschen würde. Statt finanzieller Sicherheit, emotionaler Hingabe und liebevollen Eltern, &#8211; wurde die Hauptfigur als Kind von einer völlig überforderten Mutter weggeben, kam ins Heim, wurde zum verschlossenen Einzelgänger, der seine Gewaltausbrüche nicht kontrollieren konnte und im Affekt einen Gleichaltrigen so schwer verletzte, dass dieser im Krankenhaus verstarb. Bittere Endstation, &#8211; Jugendknast. Jetzt ist Roman Kogler 19 Jahre, schon ganz in einem trostlosen, geregelten Gefängnisalltag integriert, nach außen allem gegenüber gleichgültig und nicht einmal die anstehende Haftprüfung, die ihn in die Freiheit entlassen könnte, scheint ihm viel auszumachen. Den Blick hinter die wortkarge Fassade eines Menschen, Jugendlichen zu wagen, der schon zuviel erlebt und gesehen hat für sein Alter und die darin verborgenen Gefühle, Zweifel und Sehnsüchte freizulegen, &#8211; dies ist das filmische Wunder, welches dieser Film vollbringt. Dies gelingt ihm über das Zeigen kleiner Details und Momentaufnahmen, die ein wenig an die Dokumentationen von Elisabeth Spira erinnern, die sich in Österreich mit ihren schonungslosen Darstellungen sozialer Lebensumstände einen Namen gemacht hat.</p>
<p>Dieser Film ist jedoch weit persönlicher als jede Dokumentation und je mehr die Figur sich und seiner Geschichte öffnet, desto mehr fühlt der Zuseher mit. Mit viel Fingerspitzengefühl hängt sich die Kamera an die Fersen der Hauptfigur. Man folgt ihm bei seiner Suche nach seiner Mutter, man nimmt Anteil am Alltag im Bestattungsunternehmen, wo Roman schließlich nicht nur einen Job, sondern auch so etwas wie Freunde findet. In verschiedenen Orten wird die filmische Welt etabliert und irgendwann ist man nicht nur teilnahmsloser Beobachter, sondern wird Begleiter und Freund. Wobei die Wahl mit Thomas Schubert als Darsteller des Roman Koglers eine mehr als glückliche war, denn dieser stellt ihn mit viel Energie, gebrochener Einsamkeit und subtiler Kraft dar. Ihm gelingt es zu zeigen wie schwer der Weg ist von einem Häftling zwischen Gefängnis und Bestattungsunternehmen auch als Mensch wahrgenommen zu werden und sich selbst als wertvollen Menschen zu begreifen. Ebenfalls sehr überzeugend ist die Darbietung von Georg Friedrich als Bestatter, der zwischen reinem Zynismus und berührendem Respekt gegenüber den Toten schwankt. Stark auch jener Moment, wo sich die Hauptfigur auf das Grab des getöteten Jugendlichen beugt und sich zum ersten Mal mit seiner Tat auseinander setzt. Schuld und Vergebung, sowie die Chance auf einen Neuanfang werden im Schlussbild gezeigt und runden einen sehr ehrlichen und packenden Film ab.</p>
<p>Karl Markovics zeigt, wie wunderbar österreichisches Kino ist und sein kann, &#8211; er wollte keinen Film, der sich an amerikanischen Actionfilmen misst, mit Slasher &#8211; und Horrorelementen kokettiert oder die Seele des Landes verleugnet, wo er gedreht worden ist, &#8211; Atmen zeigt, was den österreichischen Film ausmachen kann, wenn er in die richtigen und fähigen Hände von Menschen gelegt wird, &#8211; es entsteht ein Film, der langsam ist, sensibel, der in die Tiefe geht, wenig Hoffnung besitzt und nur sehr zaghaft, fast ungläubig in eine ungewisse Zukunft blickt, &#8211; der Tod ist dabei ständiger Begleiter, Leben und Tod der ewige Kreislauf, nur mit dem Unterschied, dass diesmal der Tod zurück ins Leben verhilft, &#8211; was berührend, traurig und wunderschön ist.</p>
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		<title>In Time</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 22:13:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was also ist die Zeit? – Quid est ergo tempus? &#8211; Diese Frage hat schon Kirchenvater Augustins gestellt und seit Anbeginn der Menschheit ist dies eine der grundlegendsten Fragen rund um die menschliche Existenz. Antworten darauf wurden immer wieder gegeben, &#8230; <a href="http://www.rinhaofilme.com/?p=58">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was also ist die Zeit? – Quid est ergo tempus? &#8211; Diese Frage hat schon Kirchenvater Augustins gestellt und seit Anbeginn der Menschheit ist dies eine der grundlegendsten Fragen rund um die menschliche Existenz. Antworten darauf wurden immer wieder gegeben, &#8211; und jetzt versucht es der Film „In Time“ vom Regisseur Andrew Niccol. Die Frage nach der Zeit wird in diesem Film jedoch nicht philosophisch beantwortet, sondern sehr direkt und gnadenlos, &#8211; Zeit ist Geld und damit die neue Währung, die gilt. Und wie auch in der jetzigen Realität besitzen in diesem düsteren Zukunftsszenario einige wenige Menschen Millionen Jahre, während den meisten Bewohnern nur wenige Tage verbleiben. Aufgrund einer genetischen Revolution hören die Menschheit mit 25 zum Altern auf und es verbleibt ihnen dann noch genau ein Jahr Zeit. Zeit dazu gewinnen kann man nur durch Arbeit, durch das Stehlen der Zeit anderer, durch Mord oder auch durch Erbschaft. Schafft man es nicht nach diesem Jahr mehr Zeit zu erhalten, dann hört das Herz auf zu schlagen und man stirbt. Diese Grundidee ist spannend und wird auch deswegen viele Menschen in das Kino locken. Es ist ein Thriller, wo die Protagonisten immer in Lebensgefahr schweben. Die Uhr am Unterarm zeigt die verbleibende Lebenszeit an und dies führt zu einem ständigen Gefühl der Bedrohung, &#8211; vor allem, wenn die Figur nur mehr Sekunden zum Überleben hat. Solch eine intensive Idee wurde schon lange nicht mehr im Kino gezeigt und Andrew Nicool ist nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern auch für das Drehbuch. Zwar gibt es Parallelen zu „Logans Run“ mit Sir Peter Ustinov, aber Inspiration darf man sich durchaus von vergangenen Filmen holen. Die Idee an sich ist allerdings nicht so neu, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.</p>
<p>Niccols zeigt in diesem Film eine karge, kalte, graublaue Welt, eine reizentleerte, der alle Farben, alles Leben eigentlich entnommen wurde. Dies wird nicht nur in den staubigen Armenvierteln deutlich, sondern später dann auch in den reichen Distrikten, die in ihrer Kälte und Anonymität einer Geisterstadt gleichen. Alles läuft letztlich auf das neongrüne Schimmern des Countdowns auf dem Unterarm hinaus, nur die darauf verrinnenden Jahre, Tage oder nur Sekunden zählen, &#8211; alles und jeder fixiert sich auf die Zeit, die noch bleibt. Die Parallelen zwischen dem Gebrauch von Zeit bei „In Time“ und von Geld in der Realität sind erdrückend. Fast als würde der eigene Kontostand auf dem Unterarm tätowiert sein und man genau sieht wie viel Geld dem einen noch verbleiben, während der andere ein kleines Vermögen mit sich herumträgt. Diese Grundidee, die handwerklich großartige und stylische Arbeit des Kameramannes, die ästethischen Bilder und der Spannungsbogen der handelnden Figuren hätten ausgereicht um „In Time“ zu einem großen Film werden zu lassen. Warum dies nicht funktioniert hat, ist wohl letztendlich dem System Hollywood zu verdanken. Denn auch hier zählt nicht die Genialität eines Films, sondern die Einspielergebnisse und irgendwie hatte man das Gefühl, dass der Regisseur unbedingt einen Erfolg landen musste. Darum auch die Wahl der Schauspieler, denn ein Justin Timerlake, der trotz Muskeln und Schauspieltraining so wenig in eine arme, harte Realität passt wie seine Mitspielerin Amanda Seyfried, die dem aktuellen Magerwahn angepasst wie eine leicht verhungerte Barbie wirkt, die eine Flucht aus ihrem verwöhnten Leben sucht und auf der Suche nach neuen Drogen sich dem Thrill des Überlebens hingibt, bedienen deutlich ein sehr junges Mainstream Publikum. Diese Jungdarstelleriege kann die Tiefe und Ernsthaftigkeit der Thematik nicht vermitteln und vermag es auch nicht die seelische Entleertheit der Gesellschaft wiederzuspiegeln. Ähnlich wie Bonnie und Clyde beginnen die Beiden Banken auszurauben und Zeit zu verteilen, lieben und verlassen sich und wirken dabei wie zwei von MTV gecastete Schauspieler, die vor allem ein junges Publikum ansprechen wollen.</p>
<p>Dem großen SciFi-Thriller mit der innovativ-brillanten Idee des letzten Jahres, Christopher Nolans „Inception“, kann dieser Film nicht das Wasser reichen, erreicht auch bei weitem nicht dessen große Komplexität und schafft auch keine erklärenden Ebenen. Denn „In Time“ erklärt im Grunde gar nichts, &#8211; verwechselt Interpretationsspielraum zu oft mit inhaltlicher Leere und strapaziert politische Metaphern fast bis zur Unerträglichkeit. So schön „In Time“ anzusehen ist, so dringen die Idee nicht weit bis unter die Oberfläche. Einzig der Zeitpolizist Cillian Murphy schafft es in wenigen Momenten jene düstere Beklemmung darzustellen, in die alle Menschen in diesem Film gefangen sind und vermag auch zu vermitteln, dass er eine weitaus ältere Seele besitzt als sein jugendliches Aussehen vermuten lässt. Das bizarre Detail am Rande von „In Time“ ist die alterslose Gesellschaft, wo alle wie 25 aussehen, Mütter von ihren Töchtern nicht zu verwechseln sind und Männer keinerlei Falten mehr besitzen. Jeder kann sich fragen, ob so die Gesellschaft der Zukunft aussehen sollte.</p>
<p>Die verrinnende Lebenszeit als digitales Leuchttattoo auf dem eigenen Unterarm bleibt auch nach dem Film prägend. Eines wird sehr deutlich, &#8211; wie wichtig und kostbar Zeit ist. Und die eigene Lebenszeit jedes Menschen ist die eigentliche Währung des Glücks, &#8211; dessen sollte man sich bewusst werden. Eines hat „In Time“ auf alle Fälle erreicht, &#8211; es ist ein Film, der Lust aufs Leben, auf den erlebbaren, wunderschönen Moment macht und allein deswegen auch danach noch eine intensive Wirkung besitzt.</p>
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		<title>Eine dunkle Begierde</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 18:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine dunkle Begierde widmet sich nicht nur dem Genre des Psycho – und Historiendramas, sondern versucht auch den Vätern der modernen Psychoanalyse ein würdiges Denkmal zu setzen. Zudem zeigt dieser Film eine komplizierte Dreiecksbeziehung  und versucht in Psychoduellen die Hintergründe &#8230; <a href="http://www.rinhaofilme.com/?p=52">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine dunkle Begierde widmet sich nicht nur dem Genre des Psycho – und Historiendramas, sondern versucht auch den Vätern der modernen Psychoanalyse ein würdiges Denkmal zu setzen. Zudem zeigt dieser Film eine komplizierte Dreiecksbeziehung  und versucht in Psychoduellen die Hintergründe von Emotionen und deren Handlungen zu erklären. Alles irgendwo zuviel auf einmal, denn eine Dunkle Begierde zerbricht an den eigenen Erwartungen und bleibt als vertane Chance bei all den Möglichkeiten zurück.</p>
<p>Und Möglichkeiten gab es mehr als genug. Regisseur David Cronenberg hatte immer den Hang zu Filmstoffen, welche die Abgründe der menschlichen Psyche darstellten und scheut sich auch nicht davor zurück diese mit drastischen, radikalen Bildern zu zeigen. Ein Kinoästhet, der bei all der Liebe zu schönen Bildern immer auch viel Wert auf die Entwicklung einer Geschichte gelegt und diese mit charismatischen Persönlichkeiten  dargestellt hat.  Bei ihm schien dieser Stoff in den richtigen Händen zu sein. Als Vorlage für den Film diente das Theaterstück The Talking Cure des britischen Autors Christopher Hampton, das 2002 uraufgeführt wurde und zu einem der erfolgreichsten Theaterstücken zählt. Der authentische Stoff um Sigmund Freud und C. G. Jung, den beiden Vätern der Psychoanalyse, und die junge, russische Hysterikerin Sabina Spielrein bietet sich zudem wie geschaffen für einen großen Kinofilm an. Und mit den Schauspielern Viggo Mortensen, der bereits zwei Filme mit Cronenberg gedreht hat, dem noch jungen, aber hochtalentierten Michael Fassbender und der wunderschönen Keira Knightley stand auch noch eine hochkarätige Darstellerriege, die mit Vicent Cassel noch ergänzt wird, dem Regisseur zur Verfügung. Warum dies letztendlich alles nicht gereicht hat, um aus einem engagierten Projekt einen großartigen Film zu machen, hat sicher mehrere Gründe. Der Film scheitert zum einem an seinem mehr als fragwürdigen Anspruch auf Authentizität, noch gelingt es glaubwürdig die Probleme aus der Frühzeit der Psychoanalyse wiederzugeben. Am meisten verfehlt der Film die Wirkung genau bei der Dreiecksgeschichte zwischen Jung, seiner Frau und seiner Patienten, die ihm Geliebte und dann auch die große Liebe wird.</p>
<p>Vorallem Fans von David Cronenberg hatten sicher immer wieder das Gefühl im falschen Film zu sein. Die visuelle Darstellung seelischer Abgründe hat in diesem Film eindeutig gefehlt. Zwar sind die Dialoge wunderbar geschliffen, fein ausgeführt, aber allein die Sprache in verschieden wechselnden Ambiente hauchen diesem Film leider kein Leben ein. Zwar sind auch die Bilder schön fotografiert, aber es fehlen jene verstörenden Aufnahmen, wo man die seelische Pein, das verstörende Begehren der Hauptfiguren erkennen kann. Der ganze Film besaß leider die perfekte und allzu glatte Atmosphäre einer idyllischen Postkarte, &#8211; das immerwährend schöne Wetter nervte und schöne Menschen in schönen Kleidern in schöner Umgebung, die selbst mit größter Ästhetik und Zurückhaltung seelische Abgründe, psychische Zerrissenheit darstellten, vermittelten eine Oberfläche, die mit Dauer des Films den Zuseher immer mehr kalt ließ und nicht in die Geschichte miteinband. Was gänzlich vernachlässigt wurde, war die masochistische Neigung der Hauptfigur, die ja immerhin auch Gegenstand ihrer hysterischen Anfälle war und dem Zugeständnis ihres Geliebten doch nachzugeben und ihre devote Natur beim Sex zu befriedigen. Um zu zeigen wie wenig Zeit für die Darstellung sadomasochistischer Praktiken verwendet wurde, -  es gab im gesamten Film nur zwei Szenen, die die den Spannungsbogen zwischen Schmerz und Lust, Demütigung und Hingabe, Macht und Dominanz für wenige Sekunden zeigten sollten, &#8211; beide Szenen waren so mit dem Weichzeichner gemalt, dass man eigentlich gar nichts sah, &#8211; der Zuseher konnte nur erahnen, dass dies jetzt eine Sadomasoszene war. Vielleicht lag es auch am verunglückten Schnitt, &#8211; aber eine Bestrafungsszene zu zeigen und anschließend friedlich im Segelboot über den Zürichsee zu treiben mutet dann doch mehr seicht und oberflächlich an als dunkel und verstörend. Auch jener Schnitt, wo Jung doch wieder Kontakt zu seiner ehemaligen Patienten und Geliebten hatte und sich einverstanden erklärte mit ihr gemeinsam ihre Doktorarbeit zu bearbeiten und dies mit dem Satz unterstrich: „Gut, wir werden uns jede Woche treffen, aber es wird schwer die Distanz zu wahren“, &#8211; um gleich anschließend jene Szene zu zeigen, wo die immer ein wenig verhuscht wirkende Keira Knightley  etwas ulkig mit einem  Gürtel ans Bett gefesselt war um von ihrem Doktor ausgepeitscht zu werden, &#8211; da hatte man als Zuseher das Gefühl, dass wesentliche Szenen fehlten, &#8211; vor allem jene Momente, die gerade diese Emotionen erklären sollten und somit wirkte dies dann eher unfreiwillig komisch und fast schon unglaubwürdig. Auch hatte man als Zuseher das Gefühl, dass sich gerade die zwei Hauptdarsteller Knightley und Fassbender alles andere als wohl fühlten und mit Erotik und gegenseitiger Anziehung zueinander auch so gar nichts anzufangen wussten. Ein wenig wirkte Eine dunkle Begierde so, als wäre dem ganzen Film das Blut abhanden gekommen, &#8211; alles wirkte etwas steif, etwas sehr inszeniert und das Bild vom trockenen Gelehrtenpaar Freud/Jung wirkte auch nicht inspirierend und ließ beide als eher langweilige Figuren zurück.</p>
<p>Das Schlechteste an diesem ansonsten klug gemachten, analytischen und teilweise wunderschön bebilderten Film ist eben die Erotik, &#8211; denn diese will man sicher nicht so erleben wie dargestellt und von dunkel oder leidenschaftlich war hier nicht viel zu sehen, &#8211; aber vielleicht hat auch nur mein Überich mein Unbewusstes in der Wahrnehmung dieses Films blockiert.</p>
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